Das ist Felina von nouranour

Felina ist 21 Jahre alt, Ruhrpott-Kind, Fan vom Wohnen in Wetter, Filmemacherin und mit ihrer eigenen Firma im Bereich Digitalisierung und Videotechnik selbstständig. Ihre Expertise ist beeindruckend. Ihr Erfahrungsschatz, gerade aufgrund ihres Alters, erst recht. Mit 17 hat Felina mit Melanie zusammen Faust verfilmt. Ein sechsstündiges, sprachlich komplexes Theaterstück der Uni Witten wurde zu einem einstündigen Spielfilm, der auch anderen Zielgruppen Zugang ermöglichte.

Die Idee kulturelles mit technischem zu verbinden, lässt Felina nicht mehr los. Als Filmemacherin konnten wir Felinas großartige Arbeit erleben: In Vorgesprächen haben wir über Wünsche gesprochen, Interviews und Gespräche vorbereitet. Dann hat Felina konzeptioniert und einen Tag mit Corona-Abstand und im Garten gefilmt – das Ergebnis konntet ihr alle bei Startnext bewundern. Dieses Jahr hat Felina sich mit einer Freundin und Kollegin selbstständig gemacht. Seit letztem Jahr studiert sie angewandte Literatur und Kulturwissenschaften an der TU Dortmund. Felina studiert fächerübergreifen; teil des Studiums sind auch technische Seminare bis hin zum Programmieren. Nächstes Jahr würde Felina gerne noch Themen im Bereich Elektrotechnik und Digitales vertiefen. Sie findet man muss sich nicht dazwischen entscheiden technik- oder kulturaffin zu sein, frau kann auch beides sein. Erst recht, wenn einem das eher nicht zugetraut wird. Ab nächstem Jahr will Felina auch Seminare und Fortbildung zum Thema Women-Empowerment geben.

Als Frau, in einer von Männern vereinnahmten Branche, werden Felina oft ungefragt Dinge erklärt, die sie längst weiß. Felina hat davon reichlich unerfreuliche Geschichten: Verkäufer, die einem ein Gerät nicht verkaufen wollen, weil es „zu professionell“ sei, Männer die ihr die Abkürzung FPS (Frames Per Second) erklären oder sogar erklären wollen, wie man iCloud nutzt. „Cloud heißt ja Wolke“, wird der bilingual studierenden, Felina dann erklärt. Dann ist Felina manchmal sprachlos – nicht, weil sie zu diesen Themen nichts zu sagen hat, sondern weil die Offensichtlichkeit des Sexismus erschreckend ist. Sogar bei ihren Kund*innen hat Felina das Gefühl meistens mit Männern in Kontakt zu sein, Frauen sagten zu oft, sie verstünden das ja ohnehin nicht. Das ist schade, findet Felina: Es wäre auch schön, von Frau zu Frau Dinge zu erklären. Sogar, wenn Felina offiziell die Leitung für ein Projekt hat, kommt es immer wieder vor, dass lieber die männlichen Arbeitskollegen angesprochen werden. Es läuft darauf hinaus, dass Felina als Frau 150% geben muss, weil viele ihr den eigenen Job nicht zutrauen. Das ist anstrengend, aber gerade deshalb will Felina weitermachen.

Weitermachen, das zeichnet für Felina auch nouranour aus. Hier lässt sich Keine so leicht entmutigen. Aus schwierigen Situationen wird Mut gezogen. Auch das Thema Interkulturalität mache nouranour aus. Im Projekt versuchen wir einen echten Perspektivwechsel, echten Austausch der verschiedenen Lebenswelten zu erreichen. Felina findet, das bedeutet vor allem selbst Vorurteile abzubauen und die eigenen Schubladen zu öffnen und zu hinterfragen. Antirassismus, Antisexismus, Antidiskriminierung, all das fängt bei einem selbst an und dann trägt man es in die Gesellschaft, denn in der läuft einiges schief und Felina will bei nouranour daran wirken, das zu ändern.

Danke für dein Engagement und deinen Kampfgeist!

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