Das ist Melanie von nouranour!

Als Fotografin gibt Melanie auf besondere Weise Einblicke in das, was wir bei nouranour tun. Melanie lebt mit ihrer Familie in Witten, hat drei Kinder: Felix ist 27, Johan 13 und Mathilda 11 und obwohl man es nicht denken würde, ist Fotografie eines ihrer neueren Projekte. Melanie ist Literaturpädagogin, hat Literaturwissenschaften studiert, schreibt Fachliteratur, coacht andere dabei Bücher zu schreiben und arbeitet mit Kindern in verschiedenen Projekten zu Kunst, Film, Literatur und Fotografie. Im Gespräch mit Melanie kommt man schnell von einem Thema zum nächsten, es gibt so viel Spannendes. Projekte scheinen Melanie zu finden, weil sie ihre Kreativität und ihre vielfältigen Interessen brauchen. Was dabei auffällt ist Melanies Art ihre Fähigkeiten, Interessen und Projekte immer wieder neu miteinander zu verbinden und aus dieser Verbindung wiederum Neues zu erschaffen.

Melanie macht seit 2018 Fotos, weil sie nicht anders kann. Ihre Fotos sprudeln vor Kreativität, was sie durch Worte nicht ausdrücken kann, drückt sie durch Fotos aus. Fotografie ist für sie eine Kraftquelle und eine Verbindung zu und zwischen Menschen. Wenn Melanie fotografiert, dann ist das eine Begegnung und ein Prozess, aus dem mit etwas Glück am Ende ein gemeinsames Foto entsteht. Besonders gerne fotografiert Melanie Menschen und Blumen – vor allem Kinder und Frauen. Oftmals sollen Frauen in Fotos vorrangig den Betrachter*innen gefallen, sie sind vor allem erstmal schön. Darum geht es Melanie weniger. Es geht ihr nicht um Werbewirksamkeit und kleine-Photoshop-Nasen, es geht ihr stattdessen darum die Dinge so einzufangen, wie sie sind. Nicht notwendig gefällig, sondern auf ihre eigene Weise besonders und dadurch schön. Wenn Melanie mit Kindern arbeitet, dann fragt sie, was ihnen gefallen würde und wie sie sich selbst sehen. Gerade Kinder zu fotografieren sieht Melanie als große Herausforderung, denn auch Kinder werden oft einseitig dargestellt und in der Werbung instrumentalisiert. Sie sind dann meist fröhlich, meist glatt, meist gefällig. Fotos von Frauen und Kindern haben oftmals gemein, dass sie nicht ärgern sollen und so auch wenig anregen zu denken. Dieser Art der Darstellung will Melanie mit ihren Bildern etwas hinzufügen: eine neue Perspektive und ein neuer vielfältigerer, abwechslungsreicherer Blick auf die Dinge.

Durch die Projekte Vielfalt ist ein Geschenk und Willkommen in Witten hat Melanie die Nähkurse und nouranour kennengelernt; an den Nähkursen hat sie mit ihren Kindern selbst teilgenommen. Die Durchmischung der verschiedenen Altersgruppen und Kulturen hat ihr dabei besonders gefallen. Dass der Geist dieser Projekte jetzt bei nouranour weitergeführt wird und die Idee lebendig hält, findet Melanie großartig. Als interkulturelle Mode bei nouranour als Thema dazu kam, war Melanies Interesse endgültig geweckt, denn für Mode interessiert Melanie sich sehr. Sie ist selbst nicht viel gereist und hat nicht viele Länder gesehen, umso spannender nun auf diese Weise, durch Menschen, die hierherkommen, Neues über andere Kulturen und Mode zu erfahren.

Es gibt in unserer Gesellschaft ein Überangebot teilweise sehr günstiger, wenig nachhaltiger Bekleidungsketten. Das führt dazu, dass die Menschen vielmehr Kleidung besitzen als früher. Dieser Umstand scheint aber nicht zu vielfältiger angezogenen Menschen zu führen. Im Gegenteil wird Mode konformer und angepasster. Viel mehr Kleidung führt nicht unbedingt zu vielfältigeren Outfits. Aber warum nicht? Der Umgang mit Mode beschäftigt Melanie und sie freut sich, wenn Menschen das Thema aufgreifen und aktiv mitgestalten wollen. Kulturelle Vielfalt ist ein Thema, dass sich auf vielen Ebenen noch entwickeln kann, vielleicht auch in unserer Mode.

Eine eindrückliche Erfahrung war für Melanie der von nouranour gestaltete und genähte Kimono. Dieses besondere Kleidungsstück hat Melanie selbst getragen und mehrfach fotografiert. Dabei ist ihr aufgefallen, wie der Kimono an unterschiedlichen Frauen ganz anders wirkt, wie sie sich ganz anders in ihm bewegen und ihm auf unterschiedliche Weise Leben verleihen. Auch als sie den Kimono selbst getragen hat, schien das Stück vielen anderen aufzufallen: so oft wurde Melanie noch nie auf ein Kleidungsstück angesprochen. Aber liegt das an dem Kimono oder der Art und Weise wie sie ihn trägt oder an beidem? Auf jeden Fall ist das ein Kleidungsstück, das zum Denken und Fragen anregt, das aufmerksam macht und nicht nur gefällig ist.

Danke für dein Engagement und deine Kreativität!

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