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In der Einöde – Koutsochero Teil 1

Angekommen in Koutsochero.
Angekommen in Koutsochero.

Wir sind wieder unterwegs. Nach fast 30 Stunden Fahrt sind Charly, Lilia und Kim am Dienstag in Griechenland angekommen. Wieder einmal arbeiten wir in Kooperation mit Intervolve, diesmal im momentan zweitgrößten Camp Griechenlands Koutsochero bei Larissa. Zwischen 700 und 800 überwiegend geflüchtete Menschen aus Syrien leben. Gut 20 Kilometer von Larissa entfernt – irgendwo im nirgendwo. Bis Ende September werden wir in unterschiedlicher Besetzung helfen wo wir können.

Mit der griechischen Organisation Intervolve verbindet uns schon eine lange Kooperation, die bis nach Idomeni zurückgeht. Von Beginn an lief unsere Zusammenarbeit erfolgreich und wir freuen uns zu sehen, wie Intervolve von Mal zu Mal größer und professioneller geworden ist und dabei dennoch seine Leitphilosophie nicht verloren hat: Die Orientierung der eigenen Arbeit an den tatsächlichen Bedürfnissen der Menschen vor Ort. Dabei spielen für Intervolve langfristige gute Beziehungen zu den Geflüchteten eine größere Rolle als kurzfristige Prestigeprojekte. Verlässlichkeit und Ehrlichkeit sind dabei wichtige Grundwerte.

Das Camp sieht nur wenig einladend aus.
In den Containern lässt sich die Hitze gut überstehen.

Am Donnerstagnachmittag ging es für uns los. Die Hitze hier ist tagsüber beinahe unerträglich und vor spätem Nachmittag befindet sich kein Mensch außerhalb der Containerwohnungen, die im ganzen Camp aufgebaut sind. In den Containern lässt es sich dagegen gut aushalten. Alle Container sind klimatisiert, haben eigene Badezimmer, Strom und ein solarbetriebenes Warmwassersystem. Die Container lassen das Camp ein wenig wie ein Nasa-Forschungszentrum aussehen, das liegt an den Solarplatten, aber auch an der abgelegenen Lage, in der man nicht unbedingt mit einer Bewohnerzahl eines kleinen Dorfes rechnen würde. Die Lage ist für die Menschen hier eines der größten Probleme. Nach Larissa fährt zwar ein Bus, der ist aber teuer und das Geld ohnehin knapp, da sich die Familien mit einem kleinen monatlichen Budget selbst mit Essen versorgen. Eines der wichtigsten Bedürfnisse, die Intervolve nach Gesprächen mit Bewohnern des Camps herausgestellt hat, ist das Zubereiten von eigenem Essen. Das vom Militär zur Verfügung gestellte Essen ist auch in anderen Camps nicht beliebt gewesen. Kochen und Essen ist außerdem kulturell für viele Menschen ein wichtiger Bestandteil des sozialen Lebens. Die nächsten Einkaufsmöglichkeiten sind weit weg oder nur kleine Mini-Märkte, die sehr teuer sind. Jeden Donnerstag und einmal im Monat Sonntag verteilt Intervolve deshalb einige der wichtigsten Lebensmittel. Am Donnerstag haben wir bei der Ausgabe von frischem Gemüse geholfen und Öl und Mehl an Familien verteilt, die am letzten Sonntag nicht im Camp waren. Auch eine Art „Free Shop“ ist in Planung. Momentan wird von Container zu Container verteilt. Vor allem unser Van Ernie war dabei eine große Hilfe und es herrscht große Begeisterung darüber, dass unsere Besetzung vor Ort bis Ende September zwar dreimal wechselt, das Auto aber konstant hier im Camp zur Verfügung steht. Ernie ist schon jetzt unser Volunteer des Monats.

Am Wochenende stehen für uns neue Aufgaben an: Heute werden wir weitere Projekte, die Intervolve im Camp organisiert, kennenlernen und am Sonntag werden wir aus Thessaloniki Lebensmittel nach Larissa transportieren. Gestern waren wir nicht im Camp, da Freitag der wöchentliche freie Tag bei Intervolve ist, an dem sich alle Volunteers Zeit für sich und ihre Bedürfnisse nehmen sollen. Wir konnten die Zeit nutzen, um uns zu akklimatisieren und in Larissa anzukommen.

Unser erstes Team bei der Ankunft.
Unser erstes Team bei der Ankunft.

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