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Calais Abschlussbericht

Wie versprochen, möchten wir euch an dieser Stelle von unseren letzten Stunden in Calais berichten und noch einmal auf die Situation vor Ort aufmerksam machen.

Jugendliche in Calais
Ein bisschen Ablenkung: Die Jugendlichen spielen Fußball.

An unserem letzten Abend haben wir noch einmal gemeinsam mit Care4Calais und Utopia56 die Jugendlichen in dem verlassenen Industriegebiet mit neuer Kleidung, warmem Essen und Trinken versorgt. Es waren deutlich mehr als in den Tagen davor, wir würden mindestens 40 schätzen. Darunter waren auch einige neue Gesichter. Die meisten von ihnen waren zwischen 15 und 17 Jahren alt und haben Verwandte in Großbritannien, mit denen sie endlich wieder vereint sein möchten.

Den Tag darauf haben wir noch bis bis 17 Uhr im Warehouse mitgeholfen und Essen zu einer WG, in der auch einige Geflüchtete leben, gebracht. Anschließend sind wir noch in ein Einkaufszentrum gefahren, um Handschuhe für die nächste Verteilung zu kaufen. Der Bestand war nahezu aufgebraucht und andernfalls hätte man wohl keine mehr ausgeben können. Ein großer Dank geht hierbei an Margreth: Durch ihre Spende konnten wir so kurzfristig 21 Paar Handschuhe kaufen, der Verkäufer hat noch ein Paar gratis draufgelegt, um die Menschen vor Ort zu unterstützen.

Die Lage selbst hat sich seit unserer Abreise allerdings kaum geändert. In Paris sind immer noch, um nicht zu sagen wieder, mehrere Hundert Menschen auf der Straße. Von unseren Freunden hören wir, dass die Polizei aggressiver wird und nun auch Essensausgaben behindert. In Calais ist es auch nur minimal wärmer geworden. Am Tag unserer Abreise fielen sogar ein paar Schneeflocken…

Immerhin haben wir unter der Woche auch eine gute Nachricht erhalten: Corlos, von dem wir euch erzählt haben, durfte am Mittwoch nach fast vier Wochen auf der Straße in das Camp La Chapelle und seinen Asylantrag stellen. Zehn Tage soll er nun dort verbringen und danach ein Zimmer. Er sagte uns, dass er jetzt französisch lernen und sich in Frankreich ein neues Leben aufbauen will. Wir wünschen ihm dabei alles Gute und hoffen, dass wir uns wiedersehen.

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