Mit Locals zu sprechen, fällt vielen mangels Sprachkursen schwer.

Straßbourg: Die Sprache ist der Schlüssel – Calais Teil 5

Wir haben immer noch einen ziemlichen Kloß im Hals. Etwa 100 Menschen leben in Straßburg in einem Gebäude, das nicht aussieht, als wäre es fertig. Mit dem Auto sind es keine fünf Minuten zum Europaparlament.

Grupppenphoto beim Spendenausladen.
Grupppenphoto beim Spendenausladen.

Auch hier wird uns wieder gesagt: Ja, es ist zwar besser als der Dschungel. Wie Menschen fühlen sie sich jedoch nicht behandelt. Mit Tränen in den Augen hat Mohammad uns erzählt, wie die Leute sich von ihm abwenden, das Gespräch beenden, sobald er erzählt, dass er aus Afghanistan kommt; in seiner Heimat wollten ihn die Taliban umbringen. Es ist beschämend, wie die Menschen hier auf sich alleine gestellt sind. Allein, dass wir wenn auch nur kurz da waren, hat die Jungs total gefreut.

Die Integration fällt ihnen in Straßburg sehr schwer. Auch sie bekommen nur zwei mal pro Woche für zwei Stunden Sprachunterricht, was nicht ausreichend ist. Sprich: Mit dem Großteil der Bevölkerung können sie sich auch gar nicht verständigen. Angebote zum Kennenlernen, wie wir sie aus Bremen kennen und lieben, sind anscheinend kaum existent.

Wir möchten an dieser Stelle betonen, dass es auch französische Freiwillige gibt. In Gesprächen mit Locals wurde uns gesagt, dass sich auch Teile der Bevölkerung engagieren. Aber offensichtlich sind es deutlich zu wenig, um Integration zu ermöglichen – zumal der Staat die Strukturen dafür nicht schafft.

Mit Locals zu sprechen, fällt vielen mangels Sprachkursen schwer.
Mit Locals zu sprechen, fällt vielen mangels Sprachkursen schwer.

340€ bekommen die Bewohner nach eigenen Angaben monatlich, manchmal auch nur 330€, derzeit warten sie noch auf ihr Geld. Allerdings kostet das Wäsche waschen hier 3€ pro Ladung und 2€ das Trocknen. Mohammad ist seit fast 8 Monaten in Straßburg und wartet noch immer darauf, dass sein Asylantrag bearbeitet wird. Bei anderen gehe das deutlich schneller, er fühlt sich benachteiligt. Denn ohne Asyl darf er auch nicht arbeiten. Er hofft, sich hier bald ein Leben in Frieden und Sicherheit aufzubauen.

Uns stehen jetzt noch einmal knapp drei Stunden Autofahrt bevor. Der nächste Stopp heißt Langres, wo wir noch ein CAO ansteuern. Danach geht es zurück nach Calais. Da es heute wahrscheinlich etwas später wird, schreiben wir den nächsten Bericht morgen.

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