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Die Boutique ist eröffnet – Thessaloniki Teil 3

Die letzten Vorbereitungen für die Boutique.
Die letzten Vorbereitungen für die Boutique.

Auch in unseren letzten drei Tagen im Softex-Camp gab es viel zu tun. Vor allem bei der Klamottenausgabe in der „Boutique“ und beim Klamotten sortieren im Warehouse konnten wir uns nützlich machen. Das im Softex Camp von Intervolve umgesetzte Konzept zur Versorgung des Camps mit Kleidung hat uns sehr überzeugt und ist definitv sehr zu unterstützen.

Dreimal in der Woche werden vom Intervolve Container im Camp Tickets ausgegeben, mit denen die Geflüchteten im Camp an einem bestimmten Tag zu einem bestimmten Zeitpunkt die Möglichkeit haben, in der Boutique Klamotten für sich und ihre Familien auszuwählen. Bei der Auswahl der Klamotten müssen die Familienmitglieder allerdings auch anwesend sein, außer das Familienmitglied kann dies aus Krankheitsgründen nicht, ist ein Jahr oder jünger oder hat andere wichtige Verpflichtungen zu diesem Zeitpunkt. Eine halbe Stunde haben sie dann Zeit, aus den Klamotten in der Boutique auszuwählen was sie brauchen, ihnen passt und auch gefällt. Unsere Aufgabe ist es, ihnen zu helfen die Sachen zu finden, nach denen sie suchen und Ordnung zu halten. Auch kommen häufig Mütter mit mehreren Kindern und damit die sich zumindest auch zeitweise überzeugen lassen, auch für sich und nicht nur für die Kinder zu schauen hilft es, wenn wir vor allem für die Kleineren mitschauen und gemeinsam mit ihnen schon mal eine passende Vorauswahl treffen. Von jedem Teil in der Boutique darf immer maximal eines mitgenommen werden, damit sichergestellt ist, dass zunächst alle die Chance haben, alles zu bekommen. Genauso wird auch die halbe Stunde möglichst genau eingehalten, damit zunächst jeder mit dem wichtigsten versorgt werden kann. Inzwischen wurden zum Teil aber auch schon zweite Tickets ausgegeben. Dieses System hat viele Vorteile, auch wenn es recht aufwändig ist und viele freiwillige Helfer benötigt, um zu funktionieren. Die Menschen wählen aus, was sie dringend brauchen und das spart Ressourcen gegenüber einer Zelt zu Zelt Verteilung, die dann immer eine Sache für alle umfasst auch wenn diese vielleicht nicht dringend gebraucht ist. Auch gibt es ihnen Würde zurück, sie können eine eigene Entscheidung treffen. Nicht nur nach Bedarfen, sondern auch nach Präferenzen. Sie können etwas wählen das ihnen gefällt und auch passt. Was das für die Menschen ausmacht, ist sehr schön zu sehen.

Immer ein Lächeln im Gesicht bei der Arbeit.

Natürlich kommen auch hier im Warehouse Kleiderspenden an, die nicht zur Ausgabe geeignet sind. Aus unterschiedlichem Gründen. Viele lehnen weiße Klamotten vor allem Jacken und Hosen ab, da sie im Camp schlicht zu schnell schmutzig werden. Auch Sommersachen und kulturell unpassende Kleidung ist vereinzelt unter den, dennoch mehrheitlich nützlichen Spenden zu finden. Mittwoch und Freitag haben wir diese Spenden mit dem Van als Local Donations in einen Second Hand Shop gebracht, in dem sie zu sehr günstigen Preisen an weniger wohlhabende Griechen verkauft werden. Auch das hat uns sehr positiv überrascht, da viele der Spenden ja prinzipiell hochwertig sind nur eben nicht zu den Umständen oder Vorstellungen der Menschen im Camp passen. So bekommen auch diese Spenden noch einen sinnvollen Zweck.

Das Camp ist nach wie vor nicht sonderlich schön.
Das Camp ist nach wie vor nicht sonderlich schön.

Wir freuen uns in jedem Fall darüber, dass wir überzeugt berichten können, eure Spenden sind angekommen, wo sie gebraucht werden und haben einen sinnvollen und nachhaltigen positiven Einfluss im Leben von Menschen, die sie dringend brauchen. An dieser Stelle nochmal vielen Dank an alle, die gespendet haben, ohne euch wäre das nicht möglich.

Eine besondere finanzielle Unterstützung haben wir dieses mal auch von dem Wittener Verein Oikos bekommen. Vor Ort haben wir uns schlau gemacht, was zur Zeit dringend gebraucht wird und haben uns dazu entschieden, das Chai (Tee) Projekt von Intervolve mit Equipment zu unterstützen. Chai ist für die Geflüchteten ein wichtiger Teil der Kultur. Bei sozialen Zusammenkünften ist er fester Bestandteil und wird einem, falls vorhanden, eigentlich immer angeboten. Dazu ist es inzwischen auch hier vor allem abends schweinekalt und Chai wärmt. Aber nicht alle Menschen besitzen Wasserkocher oder haben das Geld oder die Möglichkeit, Chai zu kaufen. Intervolve plant deshalb Chai für alle anzubieten. Chai, Milch und Zucker stehen im Lager schon bereit, nur waren die großen Teebereiter und Herdplatten, die von einer anderen Organisation als gespendeten wurden, leider kaputt und müssen nun ersetzt werden. Damit das Projekt nun möglichst schnell ins Laufen kommt, werden wir einen Teil dieses Equipments aus den Spenden finanzieren. Vielen Dank dafür an Oikos!

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