Aktuelles

Pete Bremen hat eine Gruppe in Signal of Solidarity - Flüchtlingshilfes Chronik geteilt.

Kooperation mit www.facebook.com/groups/388919164525087/
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Hallo zusammen,
im Rahmen der 5. Bremer Integrationswoche veranstalten wir ein interkulturelles Kinderfest. Es wird viele Aktionen geben z.B. Kinderschminken,Mal- und Bastelaktionen,Dosenwerfen, Trampolin und vieles mehr.
Für Essen und Trinken ist außerdem gesorgt.

Wann? 10.09.16 / ab 13 Uhr
Wo? Beim Handelsmuseum 09

Kommt vorbei, teilt diese Veranstaltung damit es für die Kinder ein richtig schöner Tag wird.
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Hallo zusammen,
im Rahmen der 5. Bremer Integrationswoche veranstalten wir ein interkulturelles Kinderfest. Es wird viele Aktionen geben z.B. Kinderschminken,Mal- und Bastelaktionen,Dosenwerfen, Trampolin und vieles mehr.
Für Essen und Trinken ist außerdem gesorgt.

Wann? 10.09.16 / ab 13 Uhr
Wo? Beim Handelsmuseum 09

Kommt vorbei, teilt diese Veranstaltung damit es für die Kinder ein richtig schöner Tag wird.

Hamza Alaidani hat ein neues Foto zu Signal of Solidarity - Flüchtlingshilfes Chronik hinzugefügt — hier: Liverpool Aquatic Centre.

Thank you for the invitation Zora Stuppi
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Thank you for the invitation Zora Stuppi

Andre DB hat eine Veranstaltung in Signal of Solidarity - Flüchtlingshilfes Chronik geteilt. ... See MoreSee Less

Interkulturelles Kinderfest

Interkulturelles Kinderfest

September 10, 2016, 1:00pm

Beim Handelsmuseum 9, 28195 Bremen, Deutschland

Hallo zusammen, im Rahmen der der 5. Bremer Integrationswoche veranstalten wir ein interkulturelles Kinderfest. Es wird viele Aktionen geben z.B. Kinderschminken,Mal- und Bastelaktionen,Dosenwerfen, Trampolin und vieles mehr. Für Essen und Trinken ist außerdem gesorgt. Wann? 10.09.16 / ab 13 Uhr Wo? Beim Handelsmuseum 09 Kommt vorbei, teilt diese Veranstaltung damit es für die Kinder ein richtig schöner Tag wird.

Interkulturelles Kinderfest

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Interkulturelles Kinderfest

Interkulturelles Kinderfest

September 10, 2016, 1:00pm

Beim Handelsmuseum 9, 28195 Bremen, Deutschland

Hallo zusammen, im Rahmen der der 5. Bremer Integrationswoche veranstalten wir ein interkulturelles Kinderfest. Es wird viele Aktionen geben z.B. Kinderschminken,Mal- und Bastelaktionen,Dosenwerfen, Trampolin und vieles mehr. Für Essen und Trinken ist außerdem gesorgt. Wann? 10.09.16 / ab 13 Uhr Wo? Beim Handelsmuseum 09 Kommt vorbei, teilt diese Veranstaltung damit es für die Kinder ein richtig schöner Tag wird.

Interkulturelles Kinderfest

Signal of Solidarity - Flüchtlingshilfe hat 27 neue Fotos hinzugefügt — mit Kim Catalina und 4 weiteren Personen.

Zum Abschluss unserer Griechenlandfahrt möchten wir uns noch einmal bei der großartigen Unterstützung durch alle Spender und Spenderinnen bedanken, die uns mit Sach- und Geldspenden unterstützt haben. Von Töpfen, Kleidung bis Spielsachen konnten wir bisher alles direkt dahin bringen, wo es gebraucht wird. Ohne euch wäre das nicht möglich gewesen!

Dank zweier finanzieller Spenden konnten wir diesmal auch ein eigenes kleines Projekt umsetzen. Hinter den Holzgebäuden, die im #Softex Camp zukünftig als Schule dienen sollen, wurde während der Zeit, die wir da waren ein Container platziert, welcher der Schule ebenfalls zur Verfügung stehen soll. Aus seiner Zeit in Idomeni war er eher nicht unbedingt kinderfreundlich angesprüht worden. Mit ein wenig Metallfarbe in Weiß, bunten (waschbaren) Wasserfarben, der Hilfe vieler Kinder und einiger Erwachsenen ließ sich das jedoch schnell ändern. Vielen Dank an Ra Díx Tiz, die diese Aktion geplant und umgesetzt hat und an alle die uns unterstützt haben. Im Besonderen auch an Elgin Lill & Margreth, von unter deren finanziellen Spenden wir die Materialien und Farben für diese Aktion stellen konnten.
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Zum Abschluss unserer Griechenlandfahrt möchten wir uns noch einmal bei der großartigen Unterstützung durch alle Spender und Spenderinnen bedanken, die uns mit Sach- und Geldspenden unterstützt haben. Von Töpfen, Kleidung bis Spielsachen konnten wir bisher alles direkt dahin bringen, wo es gebraucht wird. Ohne euch wäre das nicht möglich gewesen!

Dank zweier finanzieller Spenden konnten wir diesmal auch ein eigenes kleines Projekt umsetzen. Hinter den Holzgebäuden, die im #Softex Camp zukünftig als Schule dienen sollen, wurde während der Zeit, die wir da waren ein Container platziert, welcher der Schule ebenfalls zur Verfügung stehen soll. Aus seiner Zeit in Idomeni war er eher nicht unbedingt kinderfreundlich angesprüht worden. Mit ein wenig Metallfarbe in Weiß, bunten (waschbaren) Wasserfarben, der Hilfe vieler Kinder und einiger Erwachsenen ließ sich das jedoch schnell ändern. Vielen Dank an Ra Díx Tiz, die diese Aktion geplant und umgesetzt hat und an alle die uns unterstützt haben. Im Besonderen auch an Elgin Lill & Margreth, von unter deren finanziellen Spenden wir die Materialien und Farben für diese Aktion stellen konnten.

Signal of Solidarity - Flüchtlingshilfe hat 12 neue Fotos hinzugefügt.

+++Unsere letzten Tage in Thessaloniki+++

Das #Softex Camp, wie auch andere Camps in Griechenland, waren während unserer Zeit sehr bewegt und unter großem Druck. Neben den Protesten und den Hungerstreiks wird denoch auch kontinuierlich versucht, die Situation zu verbessern und immer wieder ist es dabei erstaunlich, wie viel Energie und Leidenschaft die freiwilligen Helfer hier aufbringen, auch wenn sie zum Teil schon seit Monaten da sind und teilweise gegen Windmühlen kämpfen müssen. Während unseren letzten Tagen im Camp konnten wir das Intervolve Team dabei unterstützen, das ganze Camp mit Sandalen in allen erdenklichen Größen zu versorgen. Wieder einmal war dabei auch der Van sehr hilfreich der mit Schuhen in allen Größen vollgeladen zu den jeweiligen Spots im Camp gefahren werden konnte. Mit dem gesamten Team begannen wir dann in Zweiergruppen, Schuhgrößen Zelt für Zelt zu erfragen und die Bestellungen am Van abzuholen. Es dauerte insgesamt drei Tage, viele Schuhe mussten immer wieder getauscht und manche Größen auch nachgekauft werden. Die Kommunikation ist nicht immer einfach, Schuhe müssen eben auch passen und bei vielen waren die neuen Schuhe schon längst überfällig was auch zu emotionalen Situationen führte. Nichtsdestotrotz schlussendlich ein großer Erfolg!

Wir haben hier mit großartigen Menschen zusammengearbeitet, die jeden Tag alles geben, um die Situation zu verbessern, um ihren Teil beizutragen und ein Zeichen für Solidarität zu setzen. Ein weiteres Beispiel dafür war eine spontane Anfrage, die wir an unserem letzten Tag bekamen und die uns dazu bewegt hat, unseren Aufenthalt um einen Tag zu verlängern, da wir beinahe die ganze Nacht keinen Schlaf bekommen sollten. In einem der Camps hatte es vermehrt und immer wieder Ausschreitungen gegen aus dem Irak stammende Jesiden gegeben, die schlussendlich dazu führten, dass ca. 400 Menschen aus den Camps in Griechenland flohen. Menschen, die gezwungen waren während ihrer Flucht in einem europäischen Land erneut vor dem wegzulaufen, vor dem sie auch schon aus ihrem Land flohen. Traumatisierte, eingeschüchterte, angsterfüllte Menschen begegneten uns in dieser Nacht in einem neu eröffneten Camp. Es ist unfassbar und beschämend, dass das in Europa passieren konnte, dass das in Griechenland passieren konnte. Menschen, die dringend Schutz bedürfen, erneut allein gelassen und vorerst schutzlos.

Das neue Camp, in dem wir gegen frühen Abend gemeinsam mit Helfern des Militärs und anderen NGOs ankamen, um alles für die Ankunft vorzubereiten, hat definitiv Potential. Es hatte etwas von Jugendherberge oder Schullandheim. Heruntergekommen zwar, aber deutlich eher ein Platz in dem man Menschen unterbringen könnte, im Vergleich zu Softex beispielsweise. Allerdings reichten die Zimmer längst nicht für alle und so wurden auch hier Zelte im Außenbereich aufgebaut. Drinnen gibt es Waschräume, Duschen, Toiletten, eine Großküche und Aufenthaltsräume. Wir bereiteten Essensausgaben, Registrierung, Zelte und Räume vor, versuchten die Ankunft der erneut Geflüchteten so reibungslos und angenehm wie möglich zu gestalten. An allen Fronten konnten wir unterstützen und die Zusammenarbeit mit allen Parteien war großartig. Wir hoffen sehr, dass dieses Camp den Menschen hier einen ersten neuen Anfang ermöglicht und endlich ein erster sicherer Hafen auf der Flucht nach Europa werden wird. Den Fortgang dieses Prozesses könnt ihr genau wie wir auch auf der Facebookseite von InterVolve - International Volunteers verfolgen, die sich weiterhin stark für das neue Camp einsetzen.
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+++Unsere letzten Tage in Thessaloniki+++

Das #Softex Camp, wie auch andere Camps in Griechenland, waren während unserer Zeit sehr bewegt und unter großem Druck. Neben den Protesten und den Hungerstreiks wird denoch auch kontinuierlich versucht, die Situation zu verbessern und immer wieder ist es dabei erstaunlich, wie viel Energie und Leidenschaft die freiwilligen Helfer hier aufbringen, auch wenn sie zum Teil schon seit Monaten da sind und teilweise gegen Windmühlen kämpfen müssen. Während unseren letzten Tagen im Camp konnten wir das Intervolve Team dabei unterstützen, das ganze Camp mit Sandalen in allen erdenklichen Größen zu versorgen. Wieder einmal war dabei auch der Van sehr hilfreich der mit Schuhen in allen Größen vollgeladen zu den jeweiligen Spots im Camp gefahren werden konnte. Mit dem gesamten Team begannen wir dann in Zweiergruppen, Schuhgrößen Zelt für Zelt zu erfragen und die Bestellungen am Van abzuholen. Es dauerte insgesamt drei Tage, viele Schuhe mussten immer wieder getauscht und manche Größen auch nachgekauft werden. Die Kommunikation ist nicht immer einfach, Schuhe müssen eben auch passen und bei vielen waren die neuen Schuhe schon längst überfällig was auch zu emotionalen Situationen führte. Nichtsdestotrotz schlussendlich ein großer Erfolg!

Wir haben hier mit großartigen Menschen zusammengearbeitet, die jeden Tag alles geben, um die Situation zu verbessern, um ihren Teil beizutragen und ein Zeichen für Solidarität zu setzen. Ein weiteres Beispiel dafür war eine spontane Anfrage, die wir an unserem letzten Tag bekamen und die uns dazu bewegt hat, unseren Aufenthalt um einen Tag zu verlängern, da wir beinahe die ganze Nacht keinen Schlaf bekommen sollten. In einem der Camps hatte es vermehrt und immer wieder Ausschreitungen gegen aus dem Irak stammende Jesiden gegeben, die schlussendlich dazu führten, dass ca. 400 Menschen aus den Camps in Griechenland flohen. Menschen, die gezwungen waren während ihrer Flucht in einem europäischen Land erneut vor dem wegzulaufen, vor dem sie auch schon aus ihrem Land flohen. Traumatisierte, eingeschüchterte, angsterfüllte Menschen begegneten uns in dieser Nacht in einem neu eröffneten Camp. Es ist unfassbar und beschämend, dass das in Europa passieren konnte, dass das in Griechenland passieren konnte. Menschen, die dringend Schutz bedürfen, erneut allein gelassen und vorerst schutzlos. 

Das neue Camp, in dem wir gegen frühen Abend gemeinsam mit Helfern des Militärs und anderen NGOs ankamen, um alles für die Ankunft vorzubereiten, hat definitiv Potential. Es hatte etwas von Jugendherberge oder Schullandheim. Heruntergekommen zwar, aber deutlich eher ein Platz in dem man Menschen unterbringen könnte, im Vergleich zu Softex beispielsweise. Allerdings reichten die Zimmer längst nicht für alle und so wurden auch hier Zelte im Außenbereich aufgebaut. Drinnen gibt es Waschräume, Duschen, Toiletten, eine Großküche und Aufenthaltsräume. Wir bereiteten Essensausgaben, Registrierung, Zelte und Räume vor, versuchten die Ankunft der erneut Geflüchteten so reibungslos und angenehm wie möglich zu gestalten. An allen Fronten konnten wir unterstützen und die Zusammenarbeit mit allen Parteien war großartig. Wir hoffen sehr, dass dieses Camp den Menschen hier einen ersten neuen Anfang ermöglicht und endlich ein erster sicherer Hafen auf der Flucht nach Europa werden wird. Den Fortgang dieses Prozesses könnt ihr genau wie wir auch auf der Facebookseite von InterVolve - International Volunteers verfolgen, die sich weiterhin stark für das neue Camp einsetzen.

Signal of Solidarity - Flüchtlingshilfe hat 9 neue Fotos hinzugefügt.

+++Update Thessaloniki 9.8.16+++

Die Proteste im #Softex Camp gingen in den vergangenen Tagen weiter. Weiterhin befinden sich viele im Hungerstreik und fordern bessere Bedingungen im Camp mit mehr und mehr Nachdruck ein. In den vergangenen Tagen blieb es friedlich und auch während einer Kundgebung im Camp kam es nicht zu Ausschreitungen. Mehrere Geflüchtete hielten Reden, Banner wurden vorbereitet und viele aus dem Camp beteiligten sich, wenn auch längst nicht alle. Im Vorhinein war angekündigt, dass ein Fernsehteam da sein soll, das haben wir allerdings nicht gesehen. Refugee TV hatte in den letzten Tagen allerdings einige Interviews aus Softex veröffentlicht. Das Interesse der Öffentlichkeit lässt weiterhin auf sich warten, obwohl es hier so viele mutige Menschen gibt, die dringend die Hilfe und Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit brauchen, um Änderungen in Gang zu setzen. Unser Übersetzer half uns mit dem Verstehen der Reden und die Geflüchteten forderten uns immer wieder auf, zu filmen und zu fotografieren, nichts wünscht man sich hier gerade mehr, als dass endlich jemand zuhört. „Egal ob kurdisch, arabisch, aus dem Irak, Syrien oder sonst wo her“ sagt der Initiator und Sprachführer der Proteste in seiner Rede „Wir sind alle Eins“. Übersetzte Satzbrocken aus anderen Reden: „Wir kamen auf der Suche nach Menschenrechten, aber wir sehen sie nicht.“, „Was haben wir getan, um dieses Leben hier zu verdienen?“ „Was ist mit den Rechten meiner Kinder? Wann wird mein Kind wieder in eine Schule gehen?“, „Wir versuchen in Gottes Namen das Beste von uns zu zeigen, aber wir werden behandelt wie Tiere.“ „Wir kriegen Essen, das nicht einmal Tiere essen würden, es ist ungenießbar, oft verschimmelt/schlecht. Menschen die vorher gesund waren, kommen hier her und jetzt sind sie krank. Das Essen und das Leben hier macht uns krank.“ Und immer wieder: „Wir werden hier langsam sterben. Wo wir herkamen wären wir schnell gestorben, hier sterben wir langsam.“

Im Anschluss an die Demonstration habe ich mich noch lange mit einem fünfachen Vater unterhalten. Videos aus Syrien wurden mir von ihm gezeigt, die Art Video, die ich schon oft flüchtig beim runterscrollen auf Facebook gesehen, mir aber lieber nicht angeguckt habe, weil ich weiß, es werden Leichen, verbrannte Kinder, Blut und Leid zu sehen sein. Leuten, die sie posten wird schnell vorgeworfen sie verschaffen sich mit ihnen auf perverse oder unangemessene Weise Aufmerksamkeit. Ist das wirklich nötig? Ist das nicht respektlos den Opfern gegenüber? Doch diesmal war es anders. Die Videos wurden mir voller Angst gezeigt, nicht um meine Aufmerksamkeit zu bekommen, eher um mir zu erklären, warum man seinen Kindern etwas wie das Softex Camp zumutet. Es waren verbrannte Opfer einer Bombe zu sehen, selbst noch Kinder. Mit einem heimlichen Handzeichen wies er auf seinen eigenen, ältesten Sohn, vielleicht 12 Jahre alt, etwa die gleiche Größe wie das verbrannte Kind im Video. „Ich will nicht, dass ihm das passiert“, machte er mir begreiflich. Aber auch hier leben seine Kinder in schlechten Bedingungen, sie sehen Messerstechereien, sie bekommen mit, dass es hier Drogen gibt und sehen Menschen, die sich Heroin spritzen. Sie leben mit sieben Personen in einem Zelt, haben schon längst keine Klamotten mehr, die ihnen passen, gehen nicht zur Schule (was nach offiziellen Angaben ab September möglich sein soll), erleben keine Selbstbestimmtheit und sehen täglich die Machtlosigkeit ihrer eigenen Eltern. Niemand weiß, wann sich diese Situation endlich ändert. Was macht das mit meinen Kindern, wenn sie noch ein oder zwei Jahre in diesen Umständen aufwachsen? Was ist schlimme: Ihren Tod in Syrien zu riskieren oder ihre Seele, ihre Zukunft und ihre Kindheit in einem Camp wie diesem aufs Spiel zu setzen? Und wo ist der Ausweg, was sollen wir tun? Sollen wir zurückgehen und vielleicht sterben, aber dann wenigstens in Würde? Oder sollen wir hier menschenunwürdig leben, ohne zu wissen, ob sich die Situation verbessert? Wie schlecht die Lebensbedingungen im Camp sind, macht das mehr als deutlich. Wie schlimm muss es sein, wenn Eltern überlegen, ob sie das Leben ihrer Kinder aufs Spiel setzen und zurück in ein Kriegsgebiet gehen?
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+++Update Thessaloniki 9.8.16+++

Die Proteste im #Softex Camp gingen in den vergangenen Tagen weiter. Weiterhin befinden sich viele im Hungerstreik und fordern bessere Bedingungen im Camp mit mehr und mehr Nachdruck ein. In den vergangenen Tagen blieb es friedlich und auch während einer Kundgebung im Camp kam es nicht zu Ausschreitungen. Mehrere Geflüchtete hielten Reden, Banner wurden vorbereitet und viele aus dem Camp beteiligten sich, wenn auch längst nicht alle. Im Vorhinein war angekündigt, dass ein Fernsehteam da sein soll, das haben wir allerdings nicht gesehen. Refugee TV hatte in den letzten Tagen allerdings einige Interviews aus Softex veröffentlicht. Das Interesse der Öffentlichkeit lässt weiterhin auf sich warten, obwohl es hier so viele mutige Menschen gibt, die dringend die Hilfe und Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit brauchen, um Änderungen in Gang zu setzen. Unser Übersetzer half uns mit dem Verstehen der Reden und die Geflüchteten forderten uns immer wieder auf, zu filmen und zu fotografieren, nichts wünscht man sich hier gerade mehr, als dass endlich jemand zuhört. „Egal ob kurdisch, arabisch, aus dem Irak, Syrien oder sonst wo her“ sagt der Initiator und Sprachführer der Proteste in seiner Rede „Wir sind alle Eins“. Übersetzte Satzbrocken aus anderen Reden: „Wir kamen auf der Suche nach Menschenrechten, aber wir sehen sie nicht.“, „Was haben wir getan, um dieses Leben hier zu verdienen?“ „Was ist mit den Rechten meiner Kinder? Wann wird mein Kind wieder in eine Schule gehen?“, „Wir versuchen in Gottes Namen das Beste von uns zu zeigen, aber wir werden behandelt wie Tiere.“ „Wir kriegen Essen, das nicht einmal Tiere essen würden, es ist ungenießbar, oft verschimmelt/schlecht. Menschen die vorher gesund waren, kommen hier her und jetzt sind sie krank. Das Essen und das Leben hier macht uns krank.“ Und immer wieder: „Wir werden hier langsam sterben. Wo wir herkamen wären wir schnell gestorben, hier sterben wir langsam.“ 

Im Anschluss an die Demonstration habe ich mich noch lange mit einem fünfachen Vater unterhalten. Videos aus Syrien wurden mir von ihm gezeigt, die Art Video, die ich schon oft flüchtig beim runterscrollen auf Facebook gesehen, mir aber lieber nicht angeguckt habe, weil ich weiß, es werden Leichen, verbrannte Kinder, Blut und Leid zu sehen sein. Leuten, die sie posten wird schnell vorgeworfen sie verschaffen sich mit ihnen auf perverse oder unangemessene Weise Aufmerksamkeit. Ist das wirklich nötig? Ist das nicht respektlos den Opfern gegenüber? Doch diesmal war es anders. Die Videos wurden mir voller Angst gezeigt, nicht um meine Aufmerksamkeit zu bekommen, eher um mir zu erklären, warum man seinen Kindern etwas wie das Softex Camp zumutet. Es waren verbrannte Opfer einer Bombe zu sehen, selbst noch Kinder. Mit einem heimlichen Handzeichen wies er auf seinen eigenen, ältesten Sohn, vielleicht 12 Jahre alt, etwa die gleiche Größe wie das verbrannte Kind im Video. „Ich will nicht, dass ihm das passiert“, machte er mir begreiflich. Aber auch hier leben seine Kinder in schlechten Bedingungen, sie sehen Messerstechereien, sie bekommen mit, dass es hier Drogen gibt und sehen Menschen, die sich Heroin spritzen. Sie leben mit sieben Personen in einem Zelt, haben schon längst keine Klamotten mehr, die ihnen passen, gehen nicht zur Schule (was nach offiziellen Angaben ab September möglich sein soll), erleben keine Selbstbestimmtheit und sehen täglich die Machtlosigkeit ihrer eigenen Eltern. Niemand weiß, wann sich diese Situation endlich ändert. Was macht das mit meinen Kindern, wenn sie noch ein oder zwei Jahre in diesen Umständen aufwachsen? Was ist schlimme: Ihren Tod in Syrien zu riskieren oder ihre Seele, ihre Zukunft und ihre Kindheit in einem Camp wie diesem aufs Spiel zu setzen? Und wo ist der Ausweg, was sollen wir tun? Sollen wir zurückgehen und vielleicht sterben, aber dann wenigstens in Würde? Oder sollen wir hier menschenunwürdig leben, ohne zu wissen, ob sich die Situation verbessert? Wie schlecht die Lebensbedingungen im Camp sind, macht das mehr als deutlich. Wie schlimm muss es sein, wenn Eltern überlegen, ob sie das Leben ihrer Kinder aufs Spiel setzen und zurück in ein Kriegsgebiet gehen?

Signal of Solidarity - Flüchtlingshilfe hat 6 neue Fotos hinzugefügt.

+++Update Thessaloniki 4.8.16+++

#SOFTEX Viele Geflüchtete befinden sich, ausgelöst durch die Ereignisse in der letzten Woche (siehe Update 28.07.), weiterhin im Hungerstreik. Der Foodtruck des Militärs wird jeden Tag wieder unter Protesten weggeschickt. Bei den Familien im Camp führt das inzwischen zu Problemen. Auch wenn sie die Idee richtig finden und mit protestieren wollen, werden die Lebensmittelreserven und Wasserreserven für ihre Kinder knapper. Einige selbstorganisierte Helfer - hauptsächlich selbst Flüchtende - haben inzwischen eine eigene Versorgungsstelle für Wasser und zwei gekochte Mahlzeiten am Tag hinter dem Camp aufgebaut. Von hier aus werden einige Bewohner im Camp versorgt, vor allem Familien. Ob die Versorgung des ganzen Camps so gesichert werden kann, wissen wir nicht. Immer wieder waren über die letzten Wochen Proteste geplant, die allerdings nie außerhalb des Camps stattgefunden haben. Die berechtigte Botschaft kann nicht an die Öffentlichkeit gebracht werden. Das Militär geht bisweilen nicht auf die Forderungen nach einer besseren Versorgung ein. Viele sind verzweifelt und werden dadurch auch wütend. Leider führt das immer wieder auch zu Ausschreitungen zwischen den Flüchtenden selbst, was in Anbetracht der eigentlich gleichen Ziele völlig absurd ist. "If nothing changes there will be a war in the camp soon" (Wenn sich nichts ändert, wird es bald einen Krieg im Camp geben) sagt uns ein syrischer Freund aus dem Camp, der sich nicht an den Protesten beteiligt, weil das für ihn als jungen Mann doch wieder nur die ungewollte Verwicklung in eine Schlägerei bedeutet. Das Recht zu demonstrieren und seine Meinung zu äußern, wird den Geflüchteten wie so vieles auch verwehrt. Gestern Abend eskalierte die Situation einmal mehr, als hinter dem Camp auf Bahngleisen ein alter nicht mehr betriebener Zug in Brand gesetzt wurde. Unsere Tage sind durchzogen von den täglichen Verteilungen im Camp, Gesprächen, Projekten, aber immer wieder auch von Evakuierungen und Nachrichten, das Camp schnellstmöglich zu verlassen. Auch wenn sich die Aggressionen ganz und gar nicht gegen uns richten. Im Gegenteil: Wir werden eher als Unterstützer wahrgenommen. Deswegen ist es für uns aber nicht ratsam, im falschen Moment zwischen die Fronten zu geraten. Das Camp ist zur Zeit ein Ölfass und Funken und sogar Feuer finden sich mehr als genug.

+Da es beim Teilen des gestrigen Beitrags Probleme gab, hier auch noch einmal das Update vom 28.8.+

Letzte Woche war sehr ereignisreich und geprägt von sehr vielen unterschiedlichen Eindrücken und Geschehnissen. Wir versuchen chronologisch und thematisch ein wenig zu sortieren, werden die Beiträge allerdings trennen, da viele wichtige Dinge zu berichten sind.
Am Donnerstag 28.07. letzte Woche ist im Camp eine junge Frau gestorben. Die schreckliche Nachricht erreichte uns, als wir gerade dabei waren Schuhe im Warehouse für die Ausgaben am nächsten Tag zu sortieren. Zunächst war vieles unklar. Vom Alter der Frau bis hin zu was genau passiert war, gab es viele verschiedene Versionen. Inzwischen steht fest die Frau war jung, nach unseren Informationen zwischen 22 und 28, definitiv aber nicht altersschwach. Sie hatte medizinische Probleme, mit denen sie bereits mehrfach bei den medizinischen Helfern vor Ort war. Immer wieder hatten sie und ihre Familie um Hilfe und medizinische Versorgung gebeten, sie aber nicht bekommen. Eventuell war sie Epileptikerin und damit war das alltägliche Leben im Camp mit Hitze, Stress und mangelnder Versorgung gefährlich und eine medizinische Versorgung wäre dringend nötig gewesen. Am Donnerstag erlitt sie beim duschen einen Hitzeschlag oder eine ähnliche körperliche Reaktion, die zu ihrem Tod führte. Die Duschen hier sind Plastikboxen und stehen in der Sonne, das Wasser ist kalt, was im Zusammenhang mit der drückenden Hitze auch für andere Geflüchtete in der Vergangenheit zu Kreislaufproblemen oder Schwindel geführt hat. Nachdem die junge Frau in der Dusche gestürzt war, wurde ein Krankenwagen gerufen. Das Camp ist allerdings weit ab von allem und der Krankenwagen kam mit großer Verspätung. Der Tod dieser jungen Frau ist auf vielfache Weise durch die schlechten Bedingungen im Camp verursacht worden. Die medizinische Versorgung für chronisch kranke Menschen im Camp ist nicht vollständig gewährleistet. Es gibt im Camp weiterhin Asthmatiker, Zuckerkranke und Menschen die sich über chronische Schmerzen beklagen und wohlmöglich auch nichtdiagnostizierte Krankheiten haben. Für diese Menschen kann das Camp lebensbedrohend sein. Krankenwagen brauchen in Notfällen zu lange und können Menschen in lebensbedrohlichen Zuständen nicht schnell genug erreichen. Bei der Anzahl an Menschen und vor allem Kindern und alten Menschen, die hier leben ist das schon statistisch ein riesiges Risiko, das man in einem normalen Wohngebiet dieser Größe nie eingehen würde. Auch gesunde Menschen können hinfallen, sich verletzen, Unfälle haben und schnelle medizinische Hilfe brauchen. Dazu sind die Bedingungen im Camp auf vielfache Weise nicht sicher: die Hygienischen Zustände sind nicht gut, die Menschen sind den Wetterbedingungen ausgeliefert, Hitze, Gewitter, Regen, die Duschen sind bei Kreislaufproblemen gefährlich, das Camp liegt an einer großen schnell und von LKW´s befahrener Straße, auf dem Gelände findet sich sperriger Metallmüll, Steine, Draht und Ähnliches und es gibt immer wieder Konflikte die schon so einige Male in Messerstechereien geendet haben.
Der Tod dieser jungen Frau, der unter normalen Umständen und einer menschenwürdigen Versorgung wahrscheinlich vermeidbar gewesen wäre, führte im Camp zu Aufruhr. Viele Menschen waren wütend, erschüttert und traurig. Die Situation im Camp blieb am Donnerstag aufgeheizt aber weitestgehend gewaltfrei. Geflüchtete sperrten die Straßen und wollten nach Thessaloniki, um gegen die Zustände im Camp zu protestieren. Polizei und Militär ließen sie nicht so weit kommen. Inzwischen sind viele im Camp in den Hungerstreik getreten und es waren mehrfach Proteste geplant. Bis jetzt hat keiner es weit aus dem Camp geschafft. Keiner hört, was die Menschen hier zu sagen haben. Es gibt kaum Berichte, kaum großes Interesse daran, was hier passiert. Was am Donnerstag passiert ist, ist ein extremes Beispiel dafür, in welcher Gefahr und unter welch ungleichen Bedingungen Geflüchtete Menschen hier in Europa leben müssen. Nicht einmal ihr Leben scheint den griechischen und europäischen Behörden wichtig genug zu sein, um es zu schützen. Jeden Tag leiden die Menschen hier unter schlechter und mangelnder Versorgung. Angefangen mit dem beengten Leben in Zelten, dem schlechten Essen, der mangelnden medizinischen Versorgung bis hin zu Bildung und einem menschenwürdigen, selbstbestimmten Leben. Das einzige was ihnen bleibt ist die Hoffnung auf eine bessere Zukunft. Für die junge Frau und ihre Familie ist diese Hoffnung allerdings nun auch nicht mehr gegeben. Sie ist tot, keiner kann das mehr ändern. Europa und Griechenland versagen dramatisch. Hier, im Mittelmeer, an so vielen anderen Orten wo Menschen inständig um Hilfe bitten und sie ihnen verwehrt bleibt. Diese humanitäre Krise stellt uns vor große, vielfältige Herausforderungen. Wir sind alle gefragt zu helfen, um die Situation zu verbessern und es wird nicht von heute auf morgen geschehen und es wird auch nicht leicht werden. Dennoch ist das Sterben von Geflüchteten Menschen egal wo in Europa absolut nicht hinnehmbar, weil es vermeidbar ist. Es ist eine Schuld, die nie wieder beglichen werden kann. Ein Leben, das für immer verloren ist. Trauer und Wut die Europa auf sich lädt und die für uns alle gefährlich sind. Und es ist eine Familie, ein Ehemann, eine Mutter mehr in dieser Welt die unter unvorstellbarer Trauer leiden muss.
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+++Update Thessaloniki 4.8.16+++

#SOFTEX Viele Geflüchtete befinden sich, ausgelöst durch die Ereignisse in der letzten Woche (siehe Update 28.07.), weiterhin im Hungerstreik. Der Foodtruck des Militärs wird jeden Tag wieder unter Protesten weggeschickt. Bei den Familien im Camp führt das inzwischen zu Problemen. Auch wenn sie die Idee richtig finden und mit protestieren wollen, werden die Lebensmittelreserven und Wasserreserven für ihre Kinder knapper. Einige selbstorganisierte Helfer - hauptsächlich selbst Flüchtende - haben inzwischen eine eigene Versorgungsstelle für Wasser und zwei gekochte Mahlzeiten am Tag hinter dem Camp aufgebaut. Von hier aus werden einige Bewohner im Camp versorgt, vor allem Familien. Ob die Versorgung des ganzen Camps so gesichert werden kann, wissen wir nicht. Immer wieder waren über die letzten Wochen Proteste geplant, die allerdings nie außerhalb des Camps stattgefunden haben. Die berechtigte Botschaft kann nicht an die Öffentlichkeit gebracht werden. Das Militär geht bisweilen nicht auf die Forderungen nach einer besseren Versorgung ein. Viele sind verzweifelt und werden dadurch auch wütend. Leider führt das immer wieder auch zu Ausschreitungen zwischen den Flüchtenden selbst, was in Anbetracht der eigentlich gleichen Ziele völlig absurd ist. If nothing changes there will be a war in the camp soon (Wenn sich nichts ändert, wird es bald einen Krieg im Camp geben) sagt uns ein syrischer Freund aus dem Camp, der sich nicht an den Protesten beteiligt, weil das für ihn als jungen Mann doch wieder nur die ungewollte Verwicklung in eine Schlägerei bedeutet. Das Recht zu demonstrieren und seine Meinung zu äußern, wird den Geflüchteten wie so vieles auch verwehrt. Gestern Abend eskalierte die Situation einmal mehr, als hinter dem Camp auf Bahngleisen ein alter nicht mehr betriebener Zug in Brand gesetzt wurde. Unsere Tage sind durchzogen von den täglichen Verteilungen im Camp, Gesprächen, Projekten, aber immer wieder auch von Evakuierungen und Nachrichten, das Camp schnellstmöglich zu verlassen. Auch wenn sich die Aggressionen ganz und gar nicht gegen uns richten. Im Gegenteil: Wir werden eher als Unterstützer wahrgenommen. Deswegen ist es für uns aber nicht ratsam, im falschen Moment zwischen die Fronten zu geraten. Das Camp ist zur Zeit ein Ölfass und Funken und sogar Feuer finden sich mehr als genug.

+Da es beim Teilen des gestrigen Beitrags Probleme gab, hier auch noch einmal das Update vom 28.8.+

Letzte Woche war sehr ereignisreich und geprägt von sehr vielen unterschiedlichen Eindrücken und Geschehnissen. Wir versuchen chronologisch und thematisch ein wenig zu sortieren, werden die Beiträge allerdings trennen, da viele wichtige Dinge zu berichten sind.
Am Donnerstag 28.07. letzte Woche ist im Camp eine junge Frau gestorben. Die schreckliche Nachricht erreichte uns, als wir gerade dabei waren Schuhe im Warehouse für die Ausgaben am nächsten Tag zu sortieren. Zunächst war vieles unklar. Vom Alter der Frau bis hin zu was genau passiert war, gab es viele verschiedene Versionen. Inzwischen steht fest die Frau war jung, nach unseren Informationen zwischen 22 und 28, definitiv aber nicht altersschwach. Sie hatte medizinische Probleme, mit denen sie bereits mehrfach bei den medizinischen Helfern vor Ort war. Immer wieder hatten sie und ihre Familie um Hilfe und medizinische Versorgung gebeten, sie aber nicht bekommen. Eventuell war sie Epileptikerin und damit war das alltägliche Leben im Camp mit Hitze, Stress und mangelnder Versorgung gefährlich und eine medizinische Versorgung wäre dringend nötig gewesen. Am Donnerstag erlitt sie beim duschen einen Hitzeschlag oder eine ähnliche körperliche Reaktion, die zu ihrem Tod führte. Die Duschen hier sind Plastikboxen und stehen in der Sonne, das Wasser ist kalt, was im Zusammenhang mit der drückenden Hitze auch für andere Geflüchtete in der Vergangenheit zu Kreislaufproblemen oder Schwindel geführt hat. Nachdem die junge Frau in der Dusche gestürzt war, wurde ein Krankenwagen gerufen. Das Camp ist allerdings weit ab von allem und der Krankenwagen kam mit großer Verspätung. Der Tod dieser jungen Frau ist auf vielfache Weise durch die schlechten Bedingungen im Camp verursacht worden. Die medizinische Versorgung für chronisch kranke Menschen im Camp ist nicht vollständig gewährleistet. Es gibt im Camp weiterhin Asthmatiker, Zuckerkranke und Menschen die sich über chronische Schmerzen beklagen und wohlmöglich auch nichtdiagnostizierte Krankheiten haben. Für diese Menschen kann das Camp lebensbedrohend sein. Krankenwagen brauchen in Notfällen zu lange und können Menschen in lebensbedrohlichen Zuständen nicht schnell genug erreichen. Bei der Anzahl an Menschen und vor allem Kindern und alten Menschen, die hier leben ist das schon statistisch ein riesiges Risiko, das man in einem normalen Wohngebiet dieser Größe nie eingehen würde. Auch gesunde Menschen können hinfallen, sich verletzen, Unfälle haben und schnelle medizinische Hilfe brauchen. Dazu sind die Bedingungen im Camp auf vielfache Weise nicht sicher: die Hygienischen Zustände sind nicht gut, die Menschen sind den Wetterbedingungen ausgeliefert, Hitze, Gewitter, Regen, die Duschen sind bei Kreislaufproblemen gefährlich, das Camp liegt an einer großen schnell und von LKW´s befahrener Straße, auf dem Gelände findet sich sperriger Metallmüll, Steine, Draht und Ähnliches und es gibt immer wieder Konflikte die schon so einige Male in Messerstechereien geendet haben.
Der Tod dieser jungen Frau, der unter normalen Umständen und einer menschenwürdigen Versorgung wahrscheinlich vermeidbar gewesen wäre, führte im Camp zu Aufruhr. Viele Menschen waren wütend, erschüttert und traurig. Die Situation im Camp blieb am Donnerstag aufgeheizt aber weitestgehend gewaltfrei. Geflüchtete sperrten die Straßen und wollten nach Thessaloniki, um gegen die Zustände im Camp zu protestieren. Polizei und Militär ließen sie nicht so weit kommen. Inzwischen sind viele im Camp in den Hungerstreik getreten und es waren mehrfach Proteste geplant. Bis jetzt hat keiner es weit aus dem Camp geschafft. Keiner hört, was die Menschen hier zu sagen haben. Es gibt kaum Berichte, kaum großes Interesse daran, was hier passiert. Was am Donnerstag passiert ist, ist ein extremes Beispiel dafür, in welcher Gefahr und unter welch ungleichen Bedingungen Geflüchtete Menschen hier in Europa leben müssen. Nicht einmal ihr Leben scheint den griechischen und europäischen Behörden wichtig genug zu sein, um es zu schützen. Jeden Tag leiden die Menschen hier unter schlechter und mangelnder Versorgung. Angefangen mit dem beengten Leben in Zelten, dem schlechten Essen, der mangelnden medizinischen Versorgung bis hin zu Bildung und einem menschenwürdigen, selbstbestimmten Leben. Das einzige was ihnen bleibt ist die Hoffnung auf eine bessere Zukunft. Für die junge Frau und ihre Familie ist diese Hoffnung allerdings nun auch nicht mehr gegeben. Sie ist tot, keiner kann das mehr ändern. Europa und Griechenland versagen dramatisch. Hier, im Mittelmeer, an so vielen anderen Orten wo Menschen inständig um Hilfe bitten und sie ihnen verwehrt bleibt. Diese humanitäre Krise stellt uns vor große, vielfältige Herausforderungen. Wir sind alle gefragt zu helfen, um die Situation zu verbessern und es wird nicht von heute auf morgen geschehen und es wird auch nicht leicht werden. Dennoch ist das Sterben von Geflüchteten Menschen egal wo in Europa absolut nicht hinnehmbar, weil es vermeidbar ist. Es ist eine Schuld, die nie wieder beglichen werden kann. Ein Leben, das für immer verloren ist. Trauer und Wut die Europa auf sich lädt und die für uns alle gefährlich sind. Und es ist eine Familie, ein Ehemann, eine Mutter mehr in dieser Welt die unter unvorstellbarer Trauer leiden muss.

Signal of Solidarity - Flüchtlingshilfe hat refugees.tvs Beitrag geteilt.

+++Thessaloniki Update 3.8.16+++

#SOFTEX Camp: Letzte Woche war sehr ereignisreich und geprägt von sehr vielen unterschiedlichen Eindrücken und Geschehnissen. Wir versuchen chronologisch und thematisch ein wenig zu sortieren, werden die Beiträge allerdings trennen, da viele wichtige Dinge zu berichten sind.

Am Donnerstag 28.07. letzte Woche ist im Camp eine junge Frau gestorben. Die schreckliche Nachricht erreichte uns, als wir gerade dabei waren Schuhe im Warehouse für die Ausgaben am nächsten Tag zu sortieren. Zunächst war vieles unklar. Vom Alter der Frau bis hin zu was genau passiert war, gab es viele verschiedene Versionen. Inzwischen steht fest die Frau war jung, nach unseren Informationen zwischen 22 und 28, definitiv aber nicht altersschwach. Sie hatte medizinische Probleme, mit denen sie bereits mehrfach bei den medizinischen Helfern vor Ort war. Immer wieder hatten sie und ihre Familie um Hilfe und medizinische Versorgung gebeten, sie aber nicht bekommen. Eventuell war sie Epileptikerin und damit war das alltägliche Leben im Camp mit Hitze, Stress und mangelnder Versorgung gefährlich und eine medizinische Versorgung wäre dringend nötig gewesen. Am Donnerstag erlitt sie beim duschen einen Hitzeschlag oder eine ähnliche körperliche Reaktion, die zu ihrem Tod führte. Die Duschen hier sind Plastikboxen und stehen in der Sonne, das Wasser ist kalt, was im Zusammenhang mit der drückenden Hitze auch für andere Geflüchtete in der Vergangenheit zu Kreislaufproblemen oder Schwindel geführt hat. Nachdem die junge Frau in der Dusche gestürzt war, wurde ein Krankenwagen gerufen. Das Camp ist allerdings weit ab von allem und der Krankenwagen kam mit großer Verspätung. Der Tod dieser jungen Frau ist auf vielfache Weise durch die schlechten Bedingungen im Camp verursacht worden. Die medizinische Versorgung für chronisch kranke Menschen im Camp ist nicht vollständig gewährleistet. Es gibt im Camp weiterhin Asthmatiker, Zuckerkranke und Menschen die sich über chronische Schmerzen beklagen und wohlmöglich auch nichtdiagnostizierte Krankheiten haben. Für diese Menschen kann das Camp lebensbedrohend sein. Krankenwagen brauchen in Notfällen zu lange und können Menschen in lebensbedrohlichen Zuständen nicht schnell genug erreichen. Bei der Anzahl an Menschen und vor allem Kindern und alten Menschen, die hier leben ist das schon statistisch ein riesiges Risiko, das man in einem normalen Wohngebiet dieser Größe nie eingehen würde. Auch gesunde Menschen können hinfallen, sich verletzen, Unfälle haben und schnelle medizinische Hilfe brauchen. Dazu sind die Bedingungen im Camp auf vielfache Weise nicht sicher: die Hygienischen Zustände sind nicht gut, die Menschen sind den Wetterbedingungen ausgeliefert, Hitze, Gewitter, Regen, die Duschen sind bei Kreislaufproblemen gefährlich, das Camp liegt an einer großen schnell und von LKW´s befahrener Straße, auf dem Gelände findet sich sperriger Metallmüll, Steine, Draht und Ähnliches und es gibt immer wieder Konflikte die schon so einige Male in Messerstechereien geendet haben.

Der Tod dieser jungen Frau, der unter normalen Umständen und einer menschenwürdigen Versorgung wahrscheinlich vermeidbar gewesen wäre, führte im Camp zu Aufruhr. Viele Menschen waren wütend, erschüttert und traurig. Die Situation im Camp blieb am Donnerstag aufgeheizt aber weitestgehend gewaltfrei. Geflüchtete sperrten die Straßen und wollten nach Thessaloniki, um gegen die Zustände im Camp zu protestieren. Polizei und Militär ließen sie nicht so weit kommen. Inzwischen sind viele im Camp in den Hungerstreik getreten und es waren mehrfach Proteste geplant. Bis jetzt hat keiner es weit aus dem Camp geschafft. Keiner hört, was die Menschen hier zu sagen haben. Es gibt kaum Berichte, kaum großes Interesse daran, was hier passiert. Was am Donnerstag passiert ist, ist ein extremes Beispiel dafür, in welcher Gefahr und unter welch ungleichen Bedingungen Geflüchtete Menschen hier in Europa leben müssen. Nicht einmal ihr Leben scheint den griechischen und europäischen Behörden wichtig genug zu sein, um es zu schützen. Jeden Tag leiden die Menschen hier unter schlechter und mangelnder Versorgung. Angefangen mit dem beengten Leben in Zelten, dem schlechten Essen, der mangelnden medizinischen Versorgung bis hin zu Bildung und einem menschenwürdigen, selbstbestimmten Leben. Das einzige was ihnen bleibt ist die Hoffnung auf eine bessere Zukunft. Für die junge Frau und ihre Familie ist diese Hoffnung allerdings nun auch nicht mehr gegeben. Sie ist tot, keiner kann das mehr ändern. Europa und Griechenland versagen dramatisch. Hier, im Mittelmeer, an so vielen anderen Orten wo Menschen inständig um Hilfe bitten und sie ihnen verwehrt bleibt. Diese humanitäre Krise stellt uns vor große, vielfältige Herausforderungen. Wir sind alle gefragt zu helfen, um die Situation zu verbessern und es wird nicht von heute auf morgen geschehen und es wird auch nicht leicht werden. Dennoch ist das Sterben von Geflüchteten Menschen egal wo in Europa absolut nicht hinnehmbar, weil es vermeidbar ist. Es ist eine Schuld, die nie wieder beglichen werden kann. Ein Leben, das für immer verloren ist. Trauer und Wut die Europa auf sich lädt und die für uns alle gefährlich sind. Und es ist eine Familie, ein Ehemann, eine Mutter mehr in dieser Welt die unter unvorstellbarer Trauer leiden muss.

m.facebook.com/refugees.tv/posts/777790032363365
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Girl died at the age of Twenty-Eight the day at Camp SOFTEX was suffering from injury by heat while she was taking a bath in the bathrooms (plastic) and as a result of the pressure and the intensity of the heat led to her death and did not find the medical room's ability to deal with such cases they have connection ambulance but the ambulance was delayed for an hour and a half led to the death of the girl. Words that express the tragic situation in which we live do not exist. The refugees also ...

+++Thessaloniki Update 3.8.16+++

#SOFTEX Camp: Letzte Woche war sehr ereignisreich und geprägt von sehr vielen unterschiedlichen Eindrücken und Geschehnissen. Wir versuchen chronologisch und thematisch ein wenig zu sortieren, werden die Beiträge allerdings trennen, da viele wichtige Dinge zu berichten sind. 

Am Donnerstag 28.07. letzte Woche ist im Camp eine junge Frau gestorben. Die schreckliche Nachricht erreichte uns, als wir gerade dabei waren Schuhe im Warehouse für die Ausgaben am nächsten Tag zu sortieren. Zunächst war vieles unklar. Vom Alter der Frau bis hin zu was genau passiert war, gab es viele verschiedene Versionen. Inzwischen steht fest die Frau war jung, nach unseren Informationen zwischen 22 und 28, definitiv aber nicht altersschwach. Sie hatte medizinische Probleme, mit denen sie bereits mehrfach bei den medizinischen Helfern vor Ort war. Immer wieder hatten sie und ihre Familie um Hilfe und medizinische Versorgung gebeten, sie aber nicht bekommen. Eventuell war sie Epileptikerin und damit war das alltägliche Leben im Camp mit Hitze, Stress und mangelnder Versorgung gefährlich und eine medizinische Versorgung wäre dringend nötig gewesen. Am Donnerstag erlitt sie beim duschen einen Hitzeschlag oder eine ähnliche körperliche Reaktion, die zu ihrem Tod führte. Die Duschen hier sind Plastikboxen und stehen in der Sonne, das Wasser ist kalt, was im Zusammenhang mit der drückenden Hitze auch für andere Geflüchtete in der Vergangenheit zu Kreislaufproblemen oder Schwindel geführt hat. Nachdem die junge Frau in der Dusche gestürzt war, wurde ein Krankenwagen gerufen. Das Camp ist allerdings weit ab von allem und der Krankenwagen kam mit großer Verspätung. Der Tod dieser jungen Frau ist auf vielfache Weise durch die schlechten Bedingungen im Camp verursacht worden. Die medizinische Versorgung für chronisch kranke Menschen im Camp ist nicht vollständig gewährleistet. Es gibt im Camp weiterhin Asthmatiker, Zuckerkranke und Menschen die sich über chronische Schmerzen beklagen und wohlmöglich auch nichtdiagnostizierte Krankheiten haben. Für diese Menschen kann das Camp lebensbedrohend sein. Krankenwagen brauchen in Notfällen zu lange und können Menschen in lebensbedrohlichen Zuständen nicht schnell genug erreichen. Bei der Anzahl an Menschen und vor allem Kindern und alten Menschen, die hier leben ist das schon statistisch ein riesiges Risiko, das man in einem normalen Wohngebiet dieser Größe nie eingehen würde. Auch gesunde Menschen können hinfallen, sich verletzen, Unfälle haben und schnelle medizinische Hilfe brauchen. Dazu sind die Bedingungen im Camp auf vielfache Weise nicht sicher: die Hygienischen Zustände sind nicht gut, die Menschen sind den Wetterbedingungen ausgeliefert, Hitze, Gewitter, Regen, die Duschen sind bei Kreislaufproblemen gefährlich, das Camp liegt an einer großen schnell und von LKW´s befahrener Straße, auf dem Gelände findet sich sperriger Metallmüll, Steine, Draht und Ähnliches und es gibt immer wieder Konflikte die schon so einige Male in Messerstechereien geendet haben. 

Der Tod dieser jungen Frau, der unter normalen Umständen und einer menschenwürdigen Versorgung wahrscheinlich vermeidbar gewesen wäre, führte im Camp zu Aufruhr. Viele Menschen waren wütend, erschüttert und traurig. Die Situation im Camp blieb am Donnerstag aufgeheizt aber weitestgehend gewaltfrei. Geflüchtete sperrten die Straßen und wollten nach Thessaloniki, um gegen die Zustände im Camp zu protestieren. Polizei und Militär ließen sie nicht so weit kommen. Inzwischen sind viele im Camp in den Hungerstreik getreten und es waren mehrfach Proteste geplant. Bis jetzt hat keiner es weit aus dem Camp geschafft. Keiner hört, was die Menschen hier zu sagen haben. Es gibt kaum Berichte, kaum großes Interesse daran, was hier passiert. Was am Donnerstag passiert ist, ist ein extremes Beispiel dafür, in welcher Gefahr und unter welch ungleichen Bedingungen Geflüchtete Menschen hier in Europa leben müssen. Nicht einmal ihr Leben scheint den griechischen und europäischen Behörden wichtig genug zu sein, um es zu schützen. Jeden Tag leiden die Menschen hier unter schlechter und mangelnder Versorgung. Angefangen mit dem beengten Leben in Zelten, dem schlechten Essen, der mangelnden medizinischen Versorgung bis hin zu Bildung und einem menschenwürdigen, selbstbestimmten Leben. Das einzige was ihnen bleibt ist die Hoffnung auf eine bessere Zukunft. Für die junge Frau und ihre Familie ist diese Hoffnung allerdings nun auch nicht mehr gegeben. Sie ist tot, keiner kann das mehr ändern. Europa und Griechenland versagen dramatisch. Hier, im Mittelmeer, an so vielen anderen Orten wo Menschen inständig um Hilfe bitten und sie ihnen verwehrt bleibt. Diese humanitäre Krise stellt uns vor große, vielfältige Herausforderungen. Wir sind alle gefragt zu helfen, um die Situation zu verbessern und es wird nicht von heute auf morgen geschehen und es wird auch nicht leicht werden. Dennoch ist das Sterben von Geflüchteten Menschen egal wo in Europa absolut nicht hinnehmbar, weil es vermeidbar ist. Es ist eine Schuld, die nie wieder beglichen werden kann. Ein Leben, das für immer verloren ist. Trauer und Wut die Europa auf sich lädt und die für uns alle gefährlich sind. Und es ist eine Familie, ein Ehemann, eine Mutter mehr in dieser Welt die unter unvorstellbarer Trauer leiden muss.

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Signal of Solidarity - Flüchtlingshilfe hat 4 neue Fotos hinzugefügt.

+++Belgrad Update 29. Juli+++

Für eine Konferenz für Freiwillige sind wir derzeit in Belgrad. Da wir während unserer freien Zeit auch hier die flüchtenden Menschen unterstützen, möchten wir euch gerne über die Lage vor Ort informieren.

Aktuell schlafen etwa 700 Menschen unter freien Himmel in Parks, unter Brücken oder anderen abgelegenen Orten. Manche schon seit zwei Monaten und mehr. Der Bristol Park, in dem sich bis vor Kurzem noch mehrere hundert Menschen aufhielten, ist nun an den Freiflächen komplett umzäunt. Um ihn wieder zu "begrasen", wie es offiziell heißt. Vorher gab es hier sportliche Aktivitäten und Sprachkurse für die Menschen - das fällt jetzt weg. Auch der sogenannte "Afghan Park", in dem sich aktuell die meisten Menschen aufhalten, soll bald komplett umzäunt werden. Im Bristol Park finden aber weiterhin täglich Ausgaben für Essen, Kleidung und Hygene-Artikel statt. Der Info Park versorgt die Menschen mit Informationen und verteilt Frühstück, vor Ort sind außerdem unter anderem MSF mit einem mobilen Arztwagen sowie Teams von Psychologen und Anwälten.

Allerdings gibt es für die Menschen nicht genug warmes Essen. 270 Portionen werden täglich verteilt im Info Park verteilt. Zwar soll es auch in einem Familienzentrum Ausgaben für Familien geben, aber auch wir müssen täglich Menschen wegschicken. Bislang gibt es noch keine Freiwilligen-Küchen, weil man in Serbien einen Hygene-Nachweis beim Kochen der Speisen und eine weitere Erlaubnis zum öffentlichen Verteilen von Essen benötigt. Die Mahlzeiten werden deshalb von einem Caterer zubereitet, der dafür bezahlt wird – großartige Menüs sind es nicht, aber es reicht, um den Magen etwas zu füllen. Ein großes Problem sind die Hygene. Es gibt kaum Duschen oder Toiletten für die Menschen.

Überwiegend halten sich in Belgrad Männer aus Afghanistan und Pakistan auf. Das liegt daran, dass Familien, Frauen und Kinder sowie Syrer bevorzugt nach Ungarn gelassen werden. Viele warten deswegen in den Camps an der Grenze in Kelebija und Rözske oder in einer Unterkunft in Subotica. Ungarn lässt täglich nur 15 Menschen ins Land, davon 1-2 allein reisende Männer. Seitdem Ungarn seine Gesetze zu Flüchtenden und Grenzkontrollen verschärft hat, ist es deutlich schwieriger, auf anderem Wege ins Camp zu kommen. Wenn man bedenkt, dass allein in Belgrad rund 700 Menschen, davon die meisten allein reisend sind, kann man sich denken, warum sie sich lieber hier als in den Camps an der Grenze aufhalten. Dort ist die Versorgung der Flüchtenden durch Freiwillige noch schwieriger und die Lebensbedingungen sind schlechter. Am Camp in Rösze sind wir auf dem Weg nach Serbien vorbeigefahren – man kann es von der Autobahn aus sehen (4. Foto). Hier entsteht ein kleines Idomeni, in das Freiwillige aber nicht ohne Weiteres reinkommen.

Trotz der Lage ist die Atmosphäre in Belgrad weitgehend entspannt. Die Menschen möchten zwar gerne weiter, sie wissen aber, dass sie hier nicht vergessen sind. Die Polizei ist zwar präsent, aber weder massiv, noch drangsaliert sie Menschen. Das kennen sie aus Bulgarien, wo ihnen Smartphones und Geld mit Gewalt entwendet werden, und Ungarn, wo sie nach Serbien zurückgeschickt werden, anders. Auch die Einwohner, von denen viele selber einst aus ihrem Heimatland während des Jugoslawien-Krieges geflüchtet sind, begegnen den Flüchtenden überwiegend mit Verständnis. Allerdings haben wir vereinzelt Berichte gehört, dass die Flüchtenden aus dem Schwimmbad oder aus Shops geworfen wurden, weil sie dort nicht erwünscht seien.
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+++Belgrad Update 29. Juli+++

Für eine Konferenz für Freiwillige sind wir derzeit in Belgrad. Da wir  während unserer freien Zeit auch hier die flüchtenden Menschen unterstützen, möchten wir euch gerne über die Lage vor Ort informieren.

Aktuell schlafen etwa 700 Menschen unter freien Himmel in Parks, unter Brücken oder anderen abgelegenen Orten. Manche schon seit zwei Monaten und mehr. Der Bristol Park, in dem sich bis vor Kurzem noch mehrere hundert Menschen aufhielten, ist nun an den Freiflächen komplett umzäunt. Um ihn wieder zu begrasen, wie es offiziell heißt. Vorher gab es hier sportliche Aktivitäten und Sprachkurse für die Menschen - das fällt jetzt weg. Auch der sogenannte Afghan Park, in dem sich aktuell die meisten Menschen aufhalten, soll bald komplett umzäunt werden. Im Bristol Park finden aber weiterhin täglich Ausgaben für Essen, Kleidung und Hygene-Artikel statt. Der Info Park versorgt die Menschen mit Informationen und verteilt Frühstück, vor Ort sind außerdem unter anderem MSF mit einem mobilen Arztwagen sowie Teams von Psychologen und Anwälten.

Allerdings gibt es für die Menschen nicht genug warmes Essen. 270 Portionen werden täglich verteilt im Info Park verteilt. Zwar soll es auch in einem Familienzentrum Ausgaben für Familien geben, aber auch wir müssen täglich Menschen wegschicken. Bislang gibt es noch keine Freiwilligen-Küchen, weil man in Serbien einen Hygene-Nachweis beim Kochen der Speisen und eine weitere Erlaubnis zum öffentlichen Verteilen von Essen benötigt. Die Mahlzeiten werden deshalb von einem Caterer zubereitet, der dafür bezahlt wird – großartige Menüs sind es nicht, aber es reicht, um den Magen etwas zu füllen. Ein großes Problem sind die Hygene. Es gibt kaum Duschen oder Toiletten für die Menschen.

Überwiegend halten sich in Belgrad Männer aus Afghanistan und Pakistan auf. Das liegt daran, dass Familien, Frauen und Kinder sowie Syrer bevorzugt nach Ungarn gelassen werden. Viele warten deswegen in den Camps an der Grenze in Kelebija und Rözske oder in einer Unterkunft in Subotica. Ungarn lässt täglich nur 15 Menschen ins Land, davon 1-2 allein reisende Männer. Seitdem Ungarn seine Gesetze zu Flüchtenden und Grenzkontrollen verschärft hat, ist es deutlich schwieriger, auf anderem Wege ins Camp zu kommen. Wenn man bedenkt, dass allein in Belgrad rund 700 Menschen, davon die meisten allein reisend sind, kann man sich denken, warum sie sich lieber hier als in den Camps an der Grenze aufhalten. Dort ist die Versorgung der Flüchtenden durch Freiwillige noch schwieriger und die Lebensbedingungen sind schlechter. Am Camp in Rösze sind wir auf dem Weg nach Serbien vorbeigefahren – man kann es von der Autobahn aus sehen (4. Foto). Hier entsteht ein kleines Idomeni, in das Freiwillige aber nicht ohne Weiteres reinkommen.

Trotz der Lage ist die Atmosphäre in Belgrad weitgehend entspannt. Die Menschen möchten zwar gerne weiter, sie wissen aber, dass sie hier nicht vergessen sind. Die Polizei ist zwar präsent, aber weder massiv, noch drangsaliert sie Menschen. Das kennen sie aus Bulgarien, wo ihnen Smartphones und Geld mit Gewalt entwendet werden, und Ungarn, wo sie nach Serbien zurückgeschickt werden, anders. Auch die Einwohner, von denen viele selber einst aus ihrem Heimatland während des Jugoslawien-Krieges geflüchtet sind, begegnen den Flüchtenden überwiegend mit Verständnis. Allerdings haben wir vereinzelt Berichte gehört, dass die Flüchtenden aus dem Schwimmbad oder aus Shops geworfen wurden, weil sie dort nicht erwünscht seien.

Signal of Solidarity - Flüchtlingshilfe hat 14 neue Fotos hinzugefügt.

++ Thessaloniki Update 26.07/27.07.16++

Gestern und heute standen wir morgens und nachmittags für das Health Point Foundation Team aus dem nahgelegenen Camp „Diavata“ mit unserem Van zur Verfügung. Da das Team nur einen kleinen PKW hat, in dem gerade so das Zahnarztteam unterkommt, sind wir eingesprungen um Material am Dienstag ins Softex Camp und heute in ein ca. 30 Kilometer weit entferntes, kleineres Camp zu bringen. In beiden Camps war der Andrang enorm, da die zahnärztliche Versorgung fast immer völlig unterrepräsentiert ist und viele Leute ernsthafte zahnmedizinische Probleme haben. Bei der medizinischen Versorgung werde die Zahnmedizin immer zunächst als etwas zweitrangiges nicht allzu dringendes gesehen, sagte man uns, aber tatsächlich gäbe es viele ernsthafte Fälle. Vor allem sind das die Fälle, die schon mit Entzündung zu kämpfen haben, unter großen Schmerzen leiden und dadurch vielleicht sogar nicht mehr richtig essen können. Nicht auf Zahnmedizin spezialisierte Mediziner können oft nur wenig helfen und maximal durch Schmerztabletten kurzfristige Abhilfe schaffen.

Auch zwischen den Fahrten gab es für uns im Camp viel zu tun. Dienstag wurden Datteln erst verpackt und dann an alle Zelte im Softex Camp verteilt. Die Datteln waren eine Spende und Fair Trade aus Palästina. Besonders bei den Kindern, aber auch bei vielen Erwachsenen kamen sie sehr gut an.

Im Warehouse selbst war außerdem aufräumen angesagt. Verpackungsmüll musste in die großen Container im Camp gebracht werden und einiges an Unkraut rund um das Gelände entfernt werden. Besonders beim Abtransport des Mülls konnten wir uns nützlich machen.

Heute waren wir dann erneut für Container und Camp Schichten eingeteilt und haben die Zeit genutzt, um mit den Familien in Kontakt zu kommen und ein größeres Projekt anzugehen, dass wir die nächsten Tage weiterverfolgen werden und in dem wir die bar Spenden definitiv sinnvoll einsetzen können. Davon in den nächsten Tagen mehr.
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++ Thessaloniki Update 26.07/27.07.16++

Gestern und heute standen wir morgens und nachmittags für das Health Point Foundation Team aus dem nahgelegenen Camp „Diavata“ mit unserem Van zur Verfügung. Da das Team nur einen kleinen PKW hat, in dem gerade so das Zahnarztteam unterkommt, sind wir eingesprungen um Material am Dienstag ins Softex Camp und heute in ein ca. 30 Kilometer weit entferntes, kleineres Camp zu bringen. In beiden Camps war der Andrang enorm, da die zahnärztliche Versorgung fast immer völlig unterrepräsentiert ist und viele Leute ernsthafte zahnmedizinische Probleme haben. Bei der medizinischen Versorgung werde die Zahnmedizin immer zunächst als etwas zweitrangiges nicht allzu dringendes gesehen, sagte man uns, aber tatsächlich gäbe es viele ernsthafte Fälle. Vor allem sind das die Fälle, die schon mit Entzündung zu kämpfen haben, unter großen Schmerzen leiden und dadurch vielleicht sogar nicht mehr richtig essen können. Nicht auf Zahnmedizin spezialisierte Mediziner können oft nur wenig helfen und maximal durch Schmerztabletten kurzfristige Abhilfe schaffen. 

Auch zwischen den Fahrten gab es für uns im Camp viel zu tun. Dienstag wurden Datteln erst verpackt und dann an alle Zelte im Softex Camp verteilt. Die Datteln waren eine Spende und Fair Trade aus Palästina. Besonders bei den Kindern, aber auch bei vielen Erwachsenen kamen sie sehr gut an.

Im Warehouse selbst war außerdem aufräumen angesagt. Verpackungsmüll musste in die großen Container im Camp gebracht werden und einiges an Unkraut rund um das Gelände entfernt werden. Besonders beim Abtransport des Mülls konnten wir uns nützlich machen. 

Heute waren wir dann erneut für Container und Camp Schichten eingeteilt und haben die Zeit genutzt, um mit den Familien in Kontakt zu kommen und ein größeres Projekt anzugehen, dass wir die nächsten Tage weiterverfolgen werden und in dem wir die bar Spenden definitiv sinnvoll einsetzen können. Davon in den nächsten Tagen mehr.

Health-Point Foundation hat ein neues Foto zu Signal of Solidarity - Flüchtlingshilfes Chronik hinzugefügt — mit Kat Fisher und 3 weiteren Personen.

Dear SoS- on behalf of all of us at Health-Point Foundation -THANK YOU from the bottom of my heart for reaching out and helping us when we needed it the most - because of you we were able to continue to provide emergency dental care to two camps all thanks to your logistical support. We are very grateful. Special thanks to Ana Jorge for responding to the call out so quickly and connecting us to SoS. Great to see this team effort between organisations!

Best wishes
Ola
Dental-Point Project Lead
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Dear SoS- on behalf of all of us at Health-Point Foundation -THANK YOU from the bottom of my heart for reaching out and helping us when we needed it the most - because of you we were able to continue to provide emergency dental care to two camps all thanks to your logistical support. We are very grateful. Special thanks to Ana Jorge for responding to the call out so quickly and connecting us to SoS. Great to see this team effort between organisations! 

Best wishes 
Ola
Dental-Point Project Lead